Komposttoilette

Komposttoilette

Was du über Bord-WCs und Fäkalienpumpen wissen solltest:

Wie läuft das eigentlich mit dem Klo auf dem Boot? Diese Frage hören Hausboot-Besitzer ständig. Die Komposttoilette ist eine Möglichkeit. Wie das funktioniert, erfährst Du hier.

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Komposttoilette - Funktionsweise und Vorteile

Inhaltsverzeichnis:

Trenn- und Komposttoiletten erfreuen sich seit Jahren aus guten Gründen zunehmender Beliebtheit. Sie kommen in Reisemobilen und Wohnwagen ebenso zum Einsatz wie in Gartenhütten oder auf Booten. Hier erfährst Du mehr darüber.

  1. Was ist das Besondere an Trenn- und Komposttoiletten?
  2. Die Komposttoilette hat einige Vorteile
  3. Komposttoiletten sind übelriechend
  4. Langes Entleerungsintervall und einfache Entleerung
  5. Kein Einsatz von Chemikalien und Wasser
  6. Wie funktionieren Trenn- und Komposttoiletten?
  7. Kann man Trenn- und Komposttoiletten selber bauen?

1. Was ist das Besondere an Trenn- und Komposttoiletten?

Reine Trenntoiletten sind dadurch charakterisiert, dass Urin und Kot in separaten Gefäßen aufgenommen werden. Die flüssige Ausscheidung wird über einen Schlauch in einen Urin Behälter geleitet, während die festen Hinterlassenschaften in eine Art Eimer mit Tüte gelangen.

Eine Komposttoilette ist eine besondere Art von Trenntoilette. Bei ihr erfolgt zusätzlich zur Trennung der Ausscheidungen die Kompostierung des Stuhls. Bereits im Auffanggefäß wird der Zersetzungsprozess gestartet. Dies erfolgt dadurch, dass ein in der Toilette befindliches Substrat immer wieder mit den Fäkalien vermischt wird. Der in der Toilette beginnende Kompostierungsvorgang hat zur Folge, dass die festen Ausscheidungen recht rasch in ihrem Volumen schrumpfen und damit relativ wenig Platz im Toilettenbehältnis verbrauchen.

2. Die Komposttoilette hat einige Vorteile

Obwohl Komposttoiletten einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Kastentoiletten haben, werden letztere immer noch in den meisten Reisemobilen, Wohnwagen und Booten verbaut. Reisende mit Expeditionsmobilen haben den Komposttoiletten aber zu immer mehr Bekanntheit verholfen, weil sie besonders auf längeren Reisen die Autarkie erhöhen. Komposttoiletten sind nämlich erst nach einer viel längeren Zeit voll als Kastentoiletten. Sie müssen erst nach mehreren Wochen entleert werden.

3. Komposttoiletten sind übelriechend

Das Komposttoiletten stinken, ist ein sich hartnäckig haltendes Vorurteil. Richtig ist das nicht, und zwar aus zwei Gründen. Zunächst ist zu bedenken, dass erst bei einer Vermischung von Urin und Kot der typische Gülle-Gestank entsteht – gerade diese Vereinigung unterbleibt jedoch bei der Komposttoilette.

Dazu kommt, dass Kompost- und Trenntoiletten mit einem Lüfter versehen sind, der Gerüche – so sie überhaupt in störendem Ausmaß vorhanden sind – nach draußen leitet.

4. Langes Entleerungsintervall und einfache Entleerung

Während Kastentoiletten bereits nach wenigen Tagen voll sind, muss der Feststoffbehälter von Trenntoiletten erst nach mehreren Wochen entleert werden. In diesem Zusammenhang ein kleiner Tipp: Du erreichst wesentlich längere Entleerungsintervalle, wenn Du Toilettenpapier nicht in den Feststoffbehälter wirfst, sondern separat entsorgst.

Hast Du eine reine Trenntoilette, musst Du nur die Auffangtüte in die Mülltonne werfen. Du kannst die Tüte, die in der Regel aus kompostierbarem Material besteht, aber auch direkt auf einem Komposthaufen entsorgen. Hast Du eine Komposttoilette, musst Du den Inhalt des Feststoffbehälters vorher in einen Beutel umfüllen, da sich in der Toilette selbst keine Tüte befindet.

Den Urinbehälter musst Du öfter entsorgen, allerdings ist dies ganz einfach. Du musst den Behälter nur aus seiner Halterung nehmen, dann bringst Du ihn einfach nach draußen. Den Urin kannst Du problemlos entsorgen. Am einfachsten geht dies natürlich, wenn Du Abflüsse verwenden kannst. Es ist allerdings auch möglich und völlig unschädlich, den Urin in der freien Natur auszubringen. Allfälliger Uringeruch verschwindet übrigens sehr rasch, nachdem die Flüssigkeit in den Boden eingezogen ist.

5. Kein Einsatz von Chemikalien und Wasser

Bei Kastentoiletten ist – weil es dort zu einer Vermengung von Urin und Kot kommt – eine Geruchsbekämpfung erforderlich. Diese erfolgt üblicherweise durch den Einsatz teils hochgiftiger chemischer Substanzen. Bei Kompost- oder Trenntoiletten ist dies aus den bereits dargestellten Gründen überflüssig, was der Umwelt guttut.

Ein großer Vorteil von Trenntoiletten besteht auch darin, dass Du keine Wasserspülung benötigst. Es ist ja wirklich eine Ressourcenverschwendung, Wasser für Toilettenspülungen zu verwenden, wenn es gut funktionierende Alternativen gibt. Das kein Wasser erforderlich ist, hat noch einen angenehmen Nebeneffekt: Du reduzierst dadurch die Beladung, was sich positiv auf den Treibstoffverbrauch auswirkt.

6. Wie funktionieren Trenn- und Komposttoiletten?

Bevor Du Komposttoiletten zum ersten Mal benutzt, musst Du das Substrat einfüllen, das die Kompostierung der festen Ausscheidungen unterstützt. Dieses Substrat besteht aus Kokosfaser-Ziegeln, die Du verkleinerst und mit Wasser ansetzt. Dann ist die Toilette einsatzbereit.

Wichtig ist, dass Trenn- und Komposttoiletten ausnahmslos im Sitzen zu verwenden sind. Dafür, dass alles sozusagen seinen richtigen Weg nimmt, sorgt die Schüssel. Denn diese hat vorne einen Urin-Ablauf und hinten eine Klappe, die mit einem Hebel bewegt werden kann. Wird die Klappe geöffnet, fallen die festen Hinterlassenschaften in den Feststoffbehälter.

Zur Reinigung der Toilettenschüssel ist ein Abspülen nicht notwendig. Es wird vielmehr ein Wasser-Essig-Gemisch oder ein Wasser-Soda-Gemisch verwendet, das am besten aus einer Sprühflasche auf die zu reinigenden Stellen aufgebracht wird.

Wichtig ist, nach jeder Benutzung den neu hinzukommenden festen Inhalt mit dem alten und dem Substrat zu vermischen. Dies erfolgt durch Einsatz der seitlich an der Toilette angebrachten Handkurbel. Durch diese Vermischung wird gewährleistet, dass die Kompostiervorgänge auch beim neu hinzugekommen Inhalt gut einsetzen können.

7. Kann man Trenn- und Komposttoiletten selber bauen?

Mit ein wenig praktischem Geschick ist es durchaus möglich, diese Art von Toiletten selbst zu bauen. Es gibt es dazu auch fertige Bausätze und Literatur, wo Du wertvolle Tipps und Anregungen findest.

Für handwerklich nicht so versierte empfiehlt es sich wahrscheinlich eher, eine Toilette ohne Kompostierung zu bauen, weil man in diesem Fall keine Kurbel benötigt. Dadurch wird die Konstruktion einfacher und man ist schneller mit dem Aufbau fertig.

An Material benötigst Du einen Einsatz für die Trennung der festen und flüssigen Hinterlassenschaften. Dabei solltest Du darauf achten, ein ergonomisch angenehm geformtes Teil zu verwenden. Die Entnahme des Sammelbehälters kannst Du auf unterschiedliche Weise vorsehen. Möglich ist es zum Beispiel, bereits vorhandene Außenklappen für die Entnahme zu verwenden. Du kannst Deine Konstruktion aber auch so gestalten, dass der Behälter von der Seite entnommen werden kann. Das kann vorteilhaft sein, weil Du dann nicht mit dem Urinschlauch hantieren musst, wenn Du das Behältnis herausnehmen möchtest.

Um eine gut funktionierende Entlüftung zu erreichen, empfiehlt es sich, das Abluftrohr gleich hinter der Toilette nach außen durch die Wand zu leiten. An der Außenöffnung solltest Du ein Gitter mit Fliegennetz anzubringen. Wer möchte schon allerlei Insekten in der Toilette haben.

Wichtig ist jedenfalls, die gesamte Konstruktion gut am Boden zu fixieren.

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Und, bist Du von diesem wasserlosen Toilettensystem überzeugt? Oder hast Du gar schon Erfahrungen mit einer Komposttoilette gemacht? Welche Tipps hast Du für andere Leserinnen und Leser? Hinterlasse doch einfach einen Kommentar. Danke und beste Grüße.

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